Ein Verein ohne Sportplatz

SV Gölshausen 1947 e.V.

Für den jungen Verein stand natürlich die Frage nach einem Sportgelände an erster Stelle. Die Gölshäuser Jugend hatte schon immer auf allen möglichen Wiesen der Umgebung herumgekickt. So auch bei der Dreschhalle neben dem Turnplatz in den Mönchswiesen. Da die Turnhalle sowieso abbruchreif war, bot die Vorstandschaft der Gemeinde an, die Halle kostenlos abzureißen, um den Platz als Sportplatz zu nutzen.
Eine diesbezügliche Eingabe an die Gemeinde, dieses Gelände bei der Dreschhalle für einen Sportplatz zur Verfügung zu stellen, scheiterte daran, daß die Gemeinde nicht im Besitz einer derart großen Fläche war. Hinzu kam die Tatsache, daß die Besitzverhältnisse bezüglich des Turnplatzes noch nicht von der Amerikanischen Militärregierung geklärt waren.
Im Juni 1948 erging ein Antrag an das Forstamt Bretten zwecks "Zuweisung eines Sportplatzes im Hamberg - Inwald". Mit dem Hinweis, daß der Wertverlust des jungen, hiebsunreifen Laubholzbestandes nicht zu verantworten ist und außerdem Randschäden zu erwarten sind, wurde diesem Antrag von der Landesbetirksdirektion nicht entsprochen.
Bessere Aussichten auf ein Sportgelände versprach man sich beim Landwirt Hofmann, der im Gewann "Steinäcker" ein ca 1 ha großes zusammenhängendes Ackergrundstück besaß. Letzten Endes waren aber seine Preisvorstellungen für den Verein nicht akzeptabel.

Die Zeit schien nun dem jungen Verein davonzulaufen. Die Mannschaft wollte natürlich im Herbst an der Verbandsrunde teilnehmen, aber ohne Aussicht auf einen Sportplatz war dies nicht möglich. Der TV Bretten hatte zwar zugesagt, daß die Heimspiele des SV Gölshausen auf dem Brettener Turnplatz stattfinden können, verlangte aber pro Spiel 20 DM Platzbenutzung.
Am 15.August 1948 war Meldeschluß zu der Verbandsrunde. Also meldete Vorstand Heinrich Funk einen Tag vor diesem Termin den SV Gölshausen mit einem Sportplatz bei der Dreschhalle zur ersten Verbandsrunde an. Als Vereinslokal wird das Gasthaus zur Krone genannt. Die Trikotfarbe ist gelb-schwarz.
Vom späteren zweiten Vorstand Gustav Roser kam noch im August der Vorschlag, ein Grunstück von der Stiftschaft Nei zu pachten, Als Gemeinderat wußte er, daß die Kirche schon in den Nachbarorten zu diesem Zweck Grundstücke abgegeben hatte. Als es im Oktober 1948 gelang, vom Landwirt Konanz aus Bretten ein 10 Ar großes Grundstück Im weißhofergrund zu pachten, hätte man mit diesem Gelände der Stiftschaft Nei einen größere zusammenhängende Fläche neben dem Bach Im Weißhofergrund gehabt. Innerhalb weniger Wochen sprachen Heinrich Funk und Gustav Roser mehrmals in Schönau bei Heidelberg vor. Mit der Befürwortung von Bürgermeister Maag und Pfarrer Dill konnte das Gelände Ende Oktober in Erbpacht genommen werden. Damit hatte der Sportverein zwar ein größeres Gelände, aber immer noch keinen Platz zum Fußballspielen. Der Platz der Pflege Schönau war zum Bach stark abschüssig. Verbansspiele waren in diesem Jahr unmöglich. Daher mußten alle Heimspiele der Vorrunde auf fremden Plätzen ausgetragen werden. Die Mannschaft erzielte in dieser Vorrunde in der B-Klasse Staffel 4 immerhin fünf Punkte.

So ganz wollte der Verein aber auf die Heimspiele auch nicht verzichten. Noch im November bekam man zwei Wiesengrundstücke von befreundeten Landwirten in der Talaue neben dem Bruchweg ( Weg zur Grillhütte ) bis zum nächsten Frühjahr überlassen. Im protokollbuch ist zu lesen: " Nachdem der Schriftführer und Schreinermeister Hermann Grahm die Torkästen laut Vorschrift zusammengefügt hatte, wurden Sie an einem schönen Sonntagnachmittag unter seinem Kommando auf dem Sportplatz erstellt".

Der Platz neben dem Bruchweg war somit der erste Sportplatz des SV Gölshausen. Am Ende der ersten Verbandsrunde erzielte die Mannschaft hinter Wöschbach, Flehingen und Wössingen den vierten Tabellenplatz. Ein schöner Erfolg für den jungen Verein.

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