Die Holzbaracke

SV Gölshausen 1947 e.V.

Kurz nach der Generalversammlung im Juni 1959 legte der 1. Vorstand Georg Pfitzenmeier sein Amt nieder. Bis zur nächsten Generalversammlung übernahm Ehrenvorstand Heinrich Funk die Vereinsführung. Die Krise im Verein war nicht mehr zu übersehen.

Trotz all der Querelen in Vorstandschaft und Mannschaft regte Heinrich Funk das Thema Clubhausbau immer wieder an. Der bei der Generalversammlung im Oktober 1959 gewähltenVorstandschaft legte er ans Herz, "daß sich der Verein bemühen solle, zu einem Clubhaus zu kommen". Erst im März 1961 wurde im Zusammenhang mit der defekten Abortanlage wieder von einem Vereinsheim gesprochen. Diese war nun so baufällig, daß sie ersetzt werden mußte.
Offiziel wude das Thema Clubhaus erstmals im September 1961 von Vorstand Blappert auf die Tagesordnung gesetzt. Kurz vor Weihnachten schien es dann ernst zu werden.
Der ortsansässige Getränkehändler Rolf Schöntag, sowie der Vertreter der Brauerei Höpfner, Herr Mindörfer, wurden zu einer Vorstandssitzung eingeladen. Da es gerade diverse Schwierigkeiten mit den Wirtsleuten der Vereinsgaststätte Adler gab, fand diese Sitzung im Gasthaus zum Odenwald in Bretten statt. Die Brauerei hatte dem Sportverein eine Holzbaracke angeboten. Diese stand bis kurz zuvor noch im Karlsruher Rheinhafen und diente als Wirtschaft. Das abgetragene Holzhaus war bereits von einigen Vorstandsmitgliedern besichtigt worden. Es wurde vorgeschlagen das ganze Haus zu unterkellern um die Sanitärräume hier unterbringen zu können.
Herr Mindörfer brachte einen bereits fertigen Kaufvertrag mit zur Sitzung. Das Holzhaus sollte 3000 DM kosten. Der Verein hatte sofort 1000 DM zu bezahlen. Auf Drängen von Ehrenvorstand Funk erklärte sich Herr Schöntag bereit, diese Anzahlung zu übernehmen, unter der Voraussetzung, daß alle Getränke in diesem Haus über ihn bezogen werden. Die restlichen 2000 DM hätte der Verein über den Bierbezug tilgen können. Es wurde vereinbart, daß pro Kasten Bier eine Mark verrechnet werden. Zusätzlich würde die Brauerei Höpfner auch noch die Einrichtungen für das Clubhaus leihweise zur Verfügung stellen. Noch am selben Abend wurde der Kaufvertrag abgeschlossen. Da das Gelände um den Sportplatz sich gerade in der Umlegung befand, konnte mit einer Baugenehmigung aber kurzfristig nicht gerechnet werden. Auch in finanzieller Hinsicht sah es nicht gut aus. Vorstand Blappert konnte trotz intensiver Gespräche beim Kreisfachwart Baumann keine Zusage für einen Zuschuß erreichen.
Unter solchen Voraussetzungen beschloß die Vorstandschaft, daß zu jenem Zeitpunkt kein Bauantrag gestellt werden solle. Inzwischen wurden im Verein schon Stimmen laut, die einen Massivbau forderten. Vorstand Blappert, der offensichtlich mit dem Holzhaus auch nicht so recht glücklich war, sicherte zu, einen Kostenvoranschlag für eine massive Bauweise einzuholen. Bei der Generalversammlung im Juni 1962 sagte er deutlich, was er von dem Holzhaus hielt: " Ob inmitten eines Wohnviertels überhaupt das Aufstellen einer Baracke genehmigt wird?", fragte er die anwesenden Mitglieder.
Bereits zu diesem Zeitpunkt war der Massivbau so gut wie beschlossen. In diesem Jahr verhandelte Blappert nun energisch mit der Brauerei, die dann im Hinblick auf einen weiteren Bierabnehmer schließlich auf den Verkauf verzichtete. Im Januar 1963 lagerte die Baracke aber immer noch in Bretten und war Eigentum des Sportvereins. Erst im März desselben Jahres bescheinigte die Brauerei schriftlich, daß Sie auf den Kaufvertrag verzichtet. Gleich nach Bekanntgabe des Verzichts wurde bei der nächsten Vorstandssitzung ein Ausschuß gebildet, der einen Massivbau in die Wege leiten sollte.
Somit begannen im März 1963 die Planungen für das Clubhaus im Weißhofergrund.

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