Der Weißhofer Grund

SV Gölshausen 1947 e.V.

Im ersten Jahr nach der Vereinsgründung konnten im Oktober 1948 zwei Grundstücke Im Weißhofergrund zum Errichten eines Sportplatzes erworben werden. Das große Grundstück im Anschluß an die Straße im Weißhofergund konnte von der Stiftung Nei in Erbpacht genommen werden. Das andere Grundstück stellte Landwirt Konanz für 10 Jahre zur Verfügung.

Noch im gleichen Jahr begannen umfangreiche Planierungs- und Grabarbeiten, denn das Gelände war zum westlich gelegenen Bach stark abschüssig. Alle Arbeiten wurden von Hand mit Pickel und Schaufel erledigt. Auf der Seite zum Bahndamm wurden teilweise über zwei Meter Erde und Gestein abgetragen. Mit Rollgleisen und Loren wurde das Material auf dem Gelände verteilt. Fuhrgespanne mit Pferden transportierten die nicht benötigten Erdmassen weg. So wurde ein einigermaßen ebenes Spielfeld geschaffen, das aber an der Oberfläche mehr Steine als Erde aufwies. Für die Herrichtung dieses Platzes mußten 2000 Kubikmeter Erde und Steine bewegt werden. Die Mitglieder hatten 4000 freiwillige Arbeitsstunden hierfür verwendet. Eine dünne Schicht eingesäter guter Erde verwndelte den " Hartplatz " dann in eine bespielbare Rasenfläche.

Endlich konnte dann der Sportplatz im Juli 1949 mit einem großen dreitägigem Sportfest eingeweiht werden. Hier sahen die zahlreichen Zuschauer ein für die damaligen Verhältnisse umfangreiches Sportprogramm. Angesehene Mannschaften wie Eppingen, Bauschlott, Bretten oder Sulzfeld sowie andere Nachbarvereine waren anwesend. Beim Propagandaspiel gegen den VFB Bretten erkämpfte sich die Mannschaft des SV Gölshausen ein 1:1 Unentschieden. Wie auch in den Jahren danach, waren die Gastmannschaften bei diesem Fest zum Umkleiden und Waschen auf alle hiesigen Wirtschaften verteilt.
Am Festsonntag fand unter Anteilnahme der ganzen Bevölkerung ein Festzug aller Mannschaften statt. Von der Vereinsgaststätte Adler bewegte sich der lange Zug über die Haupt- und Schulstraße zum Sportplatz. Der damalige Spielführer und hiesige Lehrer Mößner übernahm mit der Schuljugend die Spitze des Zuges. Dieses erste Sportfest nach dem Krieg ist heute noch vielen in Erinnerung, weil ein derartiger Festzug in Gölshausen einmalig war.

Schon bei den ersten Verbandsspielen stellte sich heraus, daß der Sportplatz zu klein war. Hinzu kam die Tatsache, daß bei starkem Regen das aufgeschüttete Erdreich zum daneben liegenden Bach abrutschte. Durch finanzielle Zuschüsse bom Badischen Fußballverband aus dem Toto-Fond konnte die Verdolung des Baches mit ca 60 m Zementrohren im Jahre 1950 erfolgen. Bis zum Jahre 1953 wurde ein weiteres Grundstück über dem Bächle hinzugekauft.
Im Januar 1954 ergab sich die Möglichkeit, im Anschluß an den bestehenden Sportplatz ein ca. 33 ar großes Grundstück vom Landwirt Konanz aus Bretten zu erwerben. Zur Finanzierung dieser und anderer Maßnahmen wurde ein Förderring gegründet. Leiter dieses Förderrings war Karl Schreiber. Der Förderring hatte ursprünglich die Aufgabe, die Gelder zu verwalten, die dem Verein gestiftet wurden. Da die Gemiende das Geld für de Kauf des Grundstückes nicht vorfinanzierte und der Verein bei der Rückzahlung der Totogelder schon im Verzug war, schlug Karl schreiber vor, zur Finanzierung des Kaufpreises sogenannte Anteilscheine von je 10 DM an die Mitglieder zu verkaufen. Im März 1954 konnte das Grundstück für 2500 DM vom Verein gekauft werden. Somit hatte der Verein ein Gelände in Besitz, das weitaus größer war als der eigentliche Sportplatz.
Nach dem kurzen Gastspiel in der A-Klasse ist der Platz im Sommer 1954 in einem sehr schlechten Zustand gewesen. Sämtliche Geldquellen waren ausgeschöpft und Zuschüsse von Gemeinde oder Sportbund waren nicht zu erwarten. In den nächsten 2 Jahren wurde der Platz immer schlechter. Vorstandschaft, Aktive und passive Mitglieder übten sich in gegenseitigen Querelen. Vorstandsmitglieder der ersten Stunde traten zurück, der noch junge Verein war in seiner ersten Krise.
Inzwischen kam der Verein im August 1954 in den Besitz des ehemaligen Turnplatzes in den Langwiesen. Dieses Grundstück wurde an die Gemeinde abgegeben. Im Tausch hierfür erhielt der Verein im Februar 1956 ein bebaubares Grundstück vor dem Sportplatz. Auf diesem Platz wurde später das erste Clubhaus errichtet. Im Sommer 1956 konnte auf dem Platz kaum noch gespielt werden. Zudem war das Toilettenhäuschen schon fast zerfallen und man erkannte, daß Dusch- und Waschanlagen neben dem Sportplatz notwendig waren. Vorstand Schreiber bezifferte die Kosten gegenüber dem Kreisfachwart Baumann auf 30.000 DM.
Bei der Staffelbesprechung im November 1956, der SV Gölshausen war gerade Herbstmeister, wurde dem neuen Vorstand Hermann Grahm vom Staffelleiter Feil ein Zuschuß für die geplanten Bau- u. Sanierungsmaßnahmen zugesichert. Die bevorstehende Meisterschaft beflügelte offensichtlich auch die Verbansfunktionäre, denn Kreisfachwart Baumann besichtigte mit einer Kommision im März 1957 das Sportgelände.
Nach der Meisterschaftsfeier im Frühjahr 1957 wurde der Sportplatz vergrößert. Der Bach wurde mit drei Zementröhren weiter verdolt. Weitere Planierungsarbeiten machten den Platz aber im Sommer unbespielbar, sodaß die ersten Heimspiele in der A-Klasse in Bretten ausgetragen werden mußten.Im August desselben Jahres kaufte der Verein ein weiteres Grundstück von 11 ar vom Landwirt Robert Pfitzenmeier neben der Längsseite des Sportplatzes.
Die Erweiterungs- sowie Planierungsarbeiten auf dem Sportplatz hatten den Verein weiter verschuldet, Der beantragte Toto.Zuschuß wurde noch nicht gewährt, außerdem wurde dem Vorstand Georg Pfitzenmeier vorab schon mitgeteilt, daß der Verein höchstens 1000 DM erwarten konnte. So mußte man im Juni 1958 das südliche Gelände hinter dem Sportplatz an die Familie Wald verkaufen. Im Frühjahr 1959 entschloß sich die Gemeinde, für die Kupferhelle, die an das Sportgelände angrenzte, einen Bebauungsplan aufzustellen. Ein Teil des vereinseigenen Geländes würde so für eine Bebauung frei werden. Im Frühjahr 1959 übernahm Ehrenvorstand Heinrich Funk kommisarisch die Vereinsführung, da Georg Pfitzenmeier sein Amt niederlegte. Er drängte den Verein nun energisch, die Planung eines eigenen Vereinsheimes voranzutreiben.

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